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  Samstag, 4. September 2010
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Ursache des Brummens
Verschiedene Vermutungen (lokale Heizkraftwerke, Ohrenerkrankung/ falsche Ernährung, militärische Experimente…) wurden bislang nicht bestätigt.

Neuere Erkenntnisse weisen auf (Mobil)Funkstrahlung (Basisstationen/ Antennen) als Ursache des Brummens. Der Brummton ist dabei nicht auf das Mobilteil, sondern auf die Strahlung der Basistationen (Antennen) zurückzuführen, die über die Luftschnittstelle übertragen wird.

Die niedrigfrequenten Pulsungen und Modulationen des Signals führen unter anderem zu akustischen Resonanzerscheinungen in Gebäuden.
Über die Ohrenwahrnehmung hinaus wird die Strahlung auch anderweitig körperlich wahrgenommen.

Momente, die diesen Zusammenhang nahelegen:
- Zunahme des Phänomens analog zum Netzausbau;
zeitlicher Zusammenfall zwischen dem Auftreten des Brummtons und der Errichtung von Antennen, besonders deutlich nachweisbar in kleineren Orten;

- Beschwerden der Betroffenen entsprechen den
Symptomen der radiowave sickness;

- Messungen zeigen Signale im tieffrequenten Bereich (sog. ELF-Bereich), die künstlichen Ursprungs sind. Die qualitative Signalanalyse zeigt Charakteristika, die der Mobilfunktechnik eigen sind (
niedrigfrequente Pulsung, Modulation);

- Zusammenhänge von Mobilfunkstrahlung und Veränderun
g von Hirnwellen im ELF-Bereich wurden medizinisch bereits nachgewiesen.

Ihre Wohngegend?
Mobilfunk-Basisstationen stehen mittlerweile in jeder Nachbarschaft.  Die ungefähre Anzahl der in Ihrer Wohngegend installierten Anlagen können Sie bei der Bundesnetzagentur für Deutschland in der EMF-Monitoring/EMF-Datenbank direkt durch Online-Recherche abfragen.

Abfrage bei der Bundesnetzagentur

 

Niedrige Frequenzen im Mobilfunk als Ursache des Brummtons?
Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass niedrige Frequenzen (so genannte ELF-Frequenzen; ELF = extremely low frequencies) einen wesentliche Rolle in der Mobilfunktechnik spielen. Dies gilt nicht nur – wie in den meisten Veröffentlichungen fokussiert – für das so genannte "Mobilteil" (Handy), sondern auch für die so genannte "Basisstation" (Antennenanlage).

Niedrige Frequenzen kommen durch zwei Verfahren ins Spiel: Einerseits durch das Verfahren Pulsung, andererseits durch das Verfahren der Modulation von Wellen.

Pulsung des Signals

Pulsung bedeutet, dass das Funksignal eine periodische Zerlegung erfährt. Für GSM ist diese Pulsung essentiell. Bei der Übertragung wird mit einer Taktung gearbeitet, die acht Zeitschlitze für Gespräche innerhalb eines gemeinsamen „Zeitrahmens“ von 4.615 ms vorsieht. Die acht Zeitschlitze sind durch kurze Pausen unterbrochen. Ergebnis ist ein gepulstes Sendesignal (1736 Hz) mit kurzen Austastlücken.

Diese Zeitrahmen werden zu einem so genannten „Multirahmen“ zusammengefasst. Der Multirahmen umfasst 25 Zeitrahmen sowie eine Pause, insgesamt also 26 Zeitrahmen. Dadurch ergibt sich ein mit 8.3 Hertz gepulstes Signal mit einer Periodizität von 120 ms.

(Abbildung 1)

multirahmen mobilfunk

Diese Signale werden von jeder Basisstation zumindest auf einem Kanal (dem so genannten BCCH-Träger) ununterbrochen mit voller Leistung gesendet. Der BBCH-Träger (Broadcast Channel) dient als Organisationskanal. Er zeigt den in der Nähe befindlichen Geräten an, dass eine Basisstation vorhanden ist und sendet daher, anders als die möglichen zusätzlichen Gesprächskanäle, immer mit maximaler Leistung. Über den BCCH-Träger werden organisatorische Daten, SMS sowie maximal 7 Teilnehmergespräche übertragen.


Bei höherer Auslastung werden dem BCCH-Träger weitere Kanäle hinzugefügt. Ein einzelnes Gespräch wird dabei über einen der acht Zeitschlitze abgewickelt, d.h. bei einem weiteren Teilnehmer ergibt sich zusätzlich ein gepulstes Ausgangssignal mit einer Wiederholfrequenz von 217 Hz (Abb.2). Je nach Teilnehmerzahl, addiert sich zu dem Basis-Organisationskanal in den einzelnen Zeitabschnitten noch weitere Sendeleistung auf einem oder mehreren Gesprächskanälen hinzu.

(Abbildung 2)

mobilfunk2

Die zusätzlichen Gesprächskanäle arbeiten – anders als der BCCH-Träger - mit einer bedarfsangepassten Sendeleistung, wobei für jeden Zeitschlitz eine eigene Leistungsregelung möglich ist. Je nach Auslastung entsteht dadurch ein unregelmäßig gepulstes Sendesignal (Abb.3). Die sich überlagernden Frequenzen verstärken sich.

(Abbildung 3)

mobilfunk3

Niedrige Frequenzen bei Modulation

Im Mobilfunk werden zudem niedrige Frequenzen eingesetzt, um die Signalübertragung zu optimieren (Modulation).
Modulation bedeutet, dass das zu übertragende Signal (Nutzsignal) mit einer anderen Frequenz (Trägersignal) gemischt wird, die es quasi „huckepack“ transportiert.

Es gibt zahlreiche Arten der Modulation. Im Mobilfunk finden vor allem digitale Modulationsarten Anwendung. Die Verfahren reichen von einer einfachen OOK (onkey- offkey)-Modulation über Verfahren des Audio Frequency Shift Keying (AFSK), Phase Shift Keying (PSK) bis hin zu kombinierten Verfahren wie Puls-Amplituden-Modulation (PAM), Puls-Frequenz-, Puls-Weiten- oder Puls-Code-Modulation. Je nach der Anzahl der Kodierungsoptionen, wird innerhalb der Verfahren noch weiter unterschieden (z.B. 4 PSK, 8 PSK etc.).

Ein häufiges Modulationsverfahren im Mobilfunk ist die TDMA (time division multiple access)- Modulation mit der Frequenz von ca. 50 Hz.
Ferner entstehen durch Verfahren der Leistungsregelung bei bewegtem Handy niederfrequente Modulationen des Signals bei 5 bis 20 Hz.

 

Warnung durch das Europa-Parlament
Bereits 2001 warnte das Europäische Parlament davor, dass nicht nur im so genannten Mobilteil, sondern auch im Sendebetrieb der Basisstation ELF-Frequenzen Einsatz finden, die als schädlich anzusehen sind:

„Nachdrücklich zu betonen ist
(i) die Tatsache, dass elektromagnetische Felder lebenden Organismen nicht fremd sind, sondern eine zentrale Rolle bei der Kontrolle und Aufrechterhaltung ihrer normalen Funktionen spielen, d.h. dass ein lebender Organismus ein elektromagnetisches Instrument von äußerster Empfindlichkeit ist.
(ii) der Umstand der menschlichen Verletzlichkeit, die notwendiger Weise aus der inhärent nicht-linearen Natur des Problems folgt, die hier ab initio anerkannt wird,
(iii) das Vorhandensein von ELF Merkmalen sowohl in den Mikrowellenpulsen, die von den Antennen der Mobiltelephone ausgestrahlt werden, als auch in dem (durchdringenderen) magnetischen Feld, das mit den Wellen des elektrischen Stroms der Handset-Batterie einhergeht, die für die Erzeugung der Mikrowellenpulse notwendig sind.“

European Parliament, Directorate General for Resarch Directorate A, Scientfic and Technological Options Assessment, March 2001, The physiological and environmental effects of non-ionising electromagnetic radiation, p. 9
http://www.europarl.europa.eu/stoa/publications/studies/20000703_en.pdf

 

Schallentstehung

Hinzuweisen ist auf die Möglichkeit von elektrischen und magnetischen Schallentstehungen. Als deren Mechanismen werden von der Deutschen Gesellschaft für Akustik genannt:

"Mechanismus der elektrischen Schallentstehung:

• elektrische Entladungen mit extremen, lokalen Druck-, Dichte- und Temperaturänderungen im Fluid,
• plötzliche Expansion kleiner Fluidvolumina,
• direkte Schallabstrahlung in das Umgebungsmedium.
Mechanismus der magnetischen Schallentstehung:
• Entstehung von magnetostriktiven Kräften im Magnetfeld durch Wechselinduktion,
• Anregung von Festkörperstrukturen, besondere Art der Körperschallanregung, 
• indirekte Schallabstrahlung (s. o. indirekte Geräuschentstehung)" (S. A17)

Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. (2006), Akustische Wellen und Felder

http://www.dega-akustik.de/publikationen/DEGA_Empfehlung_101.pdf


 

 

 


 

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